501 Jeans Denim

Die 501 Jeans ist in Mode, und für Mode muss man immer bezahlen. Ausserdem war ich dort, wo die 501 Jeans hergestellt wird, in La Bassee in Frankreich, und habe gesehen, was für eine Arbeit nötig ist, um eine 501 Damenjeans in die Versandschachtel zu bringen. Da müssen die Näherinnen ziemlich ranklotzen. Sechsundvierzig verschiedene Teile und fünfunddreißig unterschiedliche Nähverfahren kommen da zum Einsatz. Man kann sagen, die 501 Jeans wird eigentlich noch mit der Hand gemacht. Ich habe mal die Fakten zusammengekramt, mir den Aufwand erklären lassen, der für die Herstellung der 501 Damenjeans gemacht wird. Fangen wir beim Material an. 1414 Unzen XX Denim Jeans sagt der Fachmann dazu, fester Baumwollköper also, natürlich indigogefärbt wie einst zu Levi’s Zeiten. Der Stoff wird von derselben Spinnerei gewebt wie vor einem Jahrhundert. Die Jungs haben also Erfahrung. Prüfen den Stoff bei künstlichem Tageslicht auf seine Farbkonsistenz, daran schließen sich eine Reihe strenger Tests, die von der US-Armee erfunden wurden. Ausgerechnet. Aber eines muss man den Jungs in der Uniform ja lassen – ihre Klamotten landen so schnell nicht auf dem Müll. Da gibt’s eine Maschine, die malträtiert den Stoff an einem Nachmittag so sehr wie ein Jeansträger in mehreren Jahren. Die reißt und schleudert den Denim und prüft den Verschleiß der Säume. Aber damit nicht genug. Der Stoff wandert dann nämlich in eine besondere Waschmaschine und wird dreimal gewaschen, von wegen Einlaufen und Abreiben der Farbe. Fällt der Stoff bei einem dieser harten Tests durch, kommt er für Levi’s nicht mehr in Frage. Auch das andere Material ist nicht ohne. Insgesamt sechs Garnsorten werden für eine Levi’s 501 Jeans gebraucht, jede einzelne muss ein Dutzend Einzeltests überstehen. Die Knöpfe werden an ein Stück Stoff genäht und fünfzehnmal in einer Waschtrommel gemartert. Wenn sie halten, ist alles okay. Die Nieten werden von L.S. & Co., S. F. gestempelt, damit auch klar ist, dass es sich hier um verkupferten Stahl handelt. Aber Nieten allein halten eine 501 Jeans nicht zusammen. Stabile Nähte sind gefragt, nicht diese Amateurstiche wie an normalen Warenhaushosen. Doppelstiche an den Innensäumen, Kettenstiche am Hüftsaum, damit nichts in die Binsen geht. Und an die Stellen, wo man sich dehnt und streckt, kommt noch eine Quernaht hin, 42 Stiche auf den halben Zoll, verstärkt natürlich. Nach dem letzten Arbeitsgang wird jede einzelne 501 Jeans geprüft und in Bündeln von sechzig Stück zusammengefaßt. Fünf Paar eines jeden Bündels werden noch mal mißtrauisch beäugt.