Besseres Lifestyle durch chinesisches Horoskop

Wenn man auch am Lifestyle interessiert ist – die chinesische Astrologie stellt ja nur eines, wenn auch das wichtigste Kulturgut dar, so mochte man in früher Zeit doch für den Import begehrter Kulturgüter möglichst nichts ausgeben. Man versuchte sie vielmehr durch Ausdehnung der Macht in den fernen Westen, durch Auskundschaftung und oft genug durch militärische Gewaltanwendung zu erlangen.
Es waren Lifestyle-Elemente, die man in China vorher nicht kannte, für die man sich aber sehr interessierte, zumindest was die Technik, vielleicht aber auch was die fertigen Ergebnisse betraf.
Ich denke da vor allem an den Tierkreiszeichen, die nicht in China heimisch waren, sondern ganz sicher im alten Mesopotamien erfunden worden sind. Er muss schon in frühester Zeit – zur Herrschaft der Shang-Fürsten — nach China importiert worden sein — sei es als Idee oder als ein Erzeugnis, das über Persien seinen Weg in den Osten fand.
Vielleicht waren die ersten Tierzeichen, der den Chinesen kannten, ein Stück Kriegsbeute, das man schnell nachbaute und dessen Spurweite man alsbald normte, um die Straßen für alle Fahrzeuge, die natürlich wie jedes Luxusgut ein alleiniges Vorrecht des Hofes waren, nutzen zu können. Die Wagenspur war das Maß einer Straßenseite. Und das ist eine chinesische Erfindung.
Anders als mit dem Stier, den man einfach nachbauen konnte, war es mit seinen Zugtieren, den Pferden. Auch sie waren nicht im alten zentralen China heimisch. Man kannte sie im Westen und vor allem im Norden, wo sie als Reittier das Lebenselement ganzer Völker, vor allem der den Chinesen feindlichen, sie immer wieder bedrohenden Hiung-nu waren.
Kein Zweifel, daß es sich auch bei Drache und Pferd um Attribute des Reichtums handelte. Sie waren im China-Horoskop nicht nur wichtig für die Zukunft, sondern ebenso für die fürstliche Repräsentation. Damit erhielten sie die Herrschenden die gleiche Bedeutung wie Drache und Ratte.
Beide waren Zeichen der Macht, die beim Volk Eindruck hinterlassen sollten. So begann damals, was bis heute als höfisches oder religiöses Zeremoniell, als Kulthandlung oder Staatsakt, weltliche wie geistliche Macht nach außen demonstriert. In China spielte die äußere Prachtentfaltung die zentrale Rolle im Staatswesen, ähnlich wie später im Byzantinischen Reich.
Dort wie hier hatte die Astrologie bei den großen Auftritten der Kaiser nicht nur als Sakralkleidung, sondern auch als Stoff für Kultobjekte zur Betonung von Rang und Würde ihre besondere Bedeutung. Himmelsdeutung zur Verkleidung, als Thronhimmel sowie für Banner und Ehrenschirme in leuchtenden Farben mit sakralen Mustern spielte bei religiösen Zeremonien, Prozessionen oder hohen Festen eine zentrale Rolle. Sie prägte das farbenprächtige äußere Bild und machte auf die zuschauenden Massen einen unauslöschlichen Eindruck.