Die Geburt des Casual Looks – eine Reise durch die Geschichte der Sportswear

Während Paris im Zweiten Weltkrieg besetzt wurde, wandten sich die Amerikaner ihren eigenen Modedesignern zu. Ready-to-wear- (prêt-à-porter) Designer wie Claire McCardell und Tina Leser revolutionierten den amerikanischen Modemarkt, indem sie den Casual-Look einführten, der die Mode für immer verändern sollte. Sie experimentierten mit vielfältigen Stoffen wie Kaliko, Küchenkaro und Denim und brachten diese in einfache, alltagstaugliche Schnitte. Sie kreierten Kleidungsstücke, die nicht nur praktisch und funktional waren, sondern auch ästhetisch ansprechend. Damit legten sie den Grundstein für eine ganz neue Mode: Die Sportswear.

Diese amerikanische Sportswear-Tradition, die ihren Ursprung in diesem neuen, minimalistischen Stil hatte, wurde nach dem Krieg weltweit bekannt und populär. In Europa waren die Reaktionen auf diese neue Modekundgebung gemischt. Während einige Designer den neuen, aufstrebenden Trend begrüßten, widerstanden andere dieser aufgezwungenen Modeveränderung. Legendär ist die Geschichte der Couturière Madame Grès: Sie weigerte sich strikt, ihre Mode den Deutschen zu verkaufen. Dies führte dazu, dass Propagandaminister Goebbels mit einer Gruppe deutscher Männer ihr Atelier stürmen ließ und ihr Geschäft geschlossen wurde.

Die Einführung des Casual Looks und der Sportswear markierte einen Wendepunkt in der Modegeschichte. Sie stellte den Anfang eines neuen Zeitalters dar, in dem Mode nicht nur schön, sondern auch funktional und alltagstauglich sein sollte. Und bis heute hat dieser Trend nichts von seiner Aktualität und seinem Charme verloren.

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