Denim-Jeans

Damenjeans

Auf jeden Fall müssen Denim Jeans anders verkauft werden, weil die kulturellen Gegebenheiten anders sind und auch die Geschichte der Denim Jeans eine andere ist. Die Jeans kamen nach dem Krieg mit den Gls nach Deutschland. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie meine Mutter sagte, mit so einer Hose kommst du bei mir nicht rein. Das war in Amerika damals schon ganz anders. Dort wurden die Denim Jeans bereits in den dreißiger Jahren hoffähig, als die Oststaatler im Westen auf sogenannten Dude Ranches ihren Urlaub verbrachten und die blauen Hosen als Souvenir nach Hause mitnahmen. Biri Kult wurde dadurch nicht ausgelöst, in den USA die Damenjeans vorerst immer nur eine Hose. Nicht so wie in Europa, wo sie gleich zum Kultobjekt wurde.

Dann ging es weiter mit den Leitbildern des American Way of Life, mit James Dean und Marlon Brando, der zur Oscar-Verleihung aus Protest in einer 501 erschien. Der amerikanische Way of Life der fünfziger und frühen sechziger Jahre führte bei uns zu einer eigenen Jeans-Kultur, die auch neue Vertriebswege eröffnete. In Frankreich wurden Denim-Jeans in Boutiquen verkauft, da lief es schon immer in Richtung Mode. In Deutschland entstanden die Jeansgeschäfte mit den Holzklapptüren, waren also vom klassischen Handel, dem Bekleidungshaus, ausgeklammert. Dann kamen die späten sechziger und frühen siebziger Jahre, das war so ziemlich die einzige Zeit, da die Denim-Jeans weltweit gleich beworben werden konnten, weil es eben eine Weltjugendbewegung gab. Tja, und dann in den achtzigern wurde die Jeans auch bei uns zu einer normalen Hose. Einer Hose, die bequem ist und nicht kaputtgeht, aber keine besondere Mode mehr darstellt. Bis wir in Europa angefangen haben, die 501 Denim-Jeans wieder einzuführen. Wir hatten es dabei nicht so leicht. Die Amerikaner hatten kein Verständnis, daß wir eine eigenständige Werbekampagne brauchten. Amerikaner sehen Europa ja meist nur als ein Land und kennen wenig die Mentalitäts-Unterschiede zwischen USA und unseren einzelnen Ländern.